Sportwetten Grundwissen: Gewinn-Systeme.

Sportwetten

Sie haben sich schon mal umgehört und die "Sport-Profis" bei Ihren Gesprächen belauscht? Das ganze klang wie eine Fremdsprache, und wer fragt, deklariert sich als unwissender Aussenseiter? Hier lesen Sie einen Leitfaden mit Begriffen und Erklärungen:
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Quoten-formen   Einzel/ Kombinationswetten   Wettsysteme   Beurteilung   Recht/ Geld  

Grundsätzlich gibt es Totalisatorwetten sowie Wetten auf Fixquoten.
Die Totalisatorwette ist gewissermassen einer staatlichen Lotterie vergleichbar:
Der Veranstalter sagt, daß ein bestimmter Prozentsatz des eingenommenen Geldes wieder an die Gewinner ausbezahlt wird. Der "Buchmacher" braucht nur seine Fixkosten zu decken und hat ansonsten kein Verlustrisiko.
Es hängt also der Gewinn davon ab, wieviel die Spieler insgesamt eingesetzt haben.

Das Buchmachergesetz geht zurück auf die Zeit nach dem 1.Weltkrieg.
Aber noch 1996 (!) wurden Buchmacher durch ein OGH-Erkenntnis: (26. November 1996, 10 Ob 504/95) quasi leistungsfrei gestellt, siehe im www.diepresse.at Archiv (Suche nach 'Sportwetten'). Demnach wären Wettgewinne theoretisch nicht einklagbar gewesen!

Das galt offenbar solange, bis ein Buchmacher das wirklich nutzen wollte und sich tatsächlich von einem erfolgreichen Wettkunden verklagen lies: Der Kunde hatte 50.000 ATS auf St.Germain gesetzt, und die Rapidler hatten tatsächlich bei dem Spiel verloren.

Der Wettkunde gewann (zuerst die Wette, dann den Prozess), und seit 9.11.1998 gilt es in Österreich als gesichert, daß der Buchmacher eine verlorene Wette tatsächlich ausbezahlen muß!

Siehe dazu wiederum das Presse - Archiv vom 9.November 1998.

Für Nicht-Juristen wie mich ist das Urteil von 1996 unverständlich, da ja die Wett-Lizenz gemäß geltendem Recht erteilt wurde! (Vielleicht teilen auch Juristen mein Unverständnis?)

Bei der Totalisatorwette spielen also die Spieler 'gegeneinander', wobei der Buchmacher einen Prozentsatz für die Abwicklung einbehält. Die angegebene 'Quote' beschreibt den momentanen Stand der Wetten und kann sich bis zum Ende des sportlichen Ereignisses noch ändern! Totalisator-wetten werden im Fussball kaum angeboten, eher bei Pferdewetten. Wenn man von "Sportwetten" spricht, meint man damit im allgemeinen die Wette mit Fixquote:
Dabei spielt jeder einzelne Spieler gegen den Buchmacher.

Auf einem Quotenblatt lesen Sie eine Angabe wie z.B.:

  Spiel Tip 1Tip XTip 2
  Borussia / Hamburger SV     1.50     3.50     4.80  
  Arsenal /Chelsea     1.90     3.20     3.30  


Dabei steht die Heimmannschaft an erster Stelle, die Auswärtsmannschaft an zweiter. Sie spielen z.B:   (Als Einzelwette) 10 EUR, Borussia TIP 1

Sie geben also dem Buchmacher 10 EUR. Falls Borussia gewinnt, erhalten Sie: 10 x 1.5 = 15 EUR ausbezahlt. Wenn es unentschieden ausgeht oder HSV gewinnt, ist Ihr Einsatz verloren.
Der Begriff Fixquote kommt daher, dass ein vorher fixierter Gewinn ausbezahlt wird, wenn das von Ihnen gewettete Ereignis eintritt.

Sie können auch mehrere Spiele kombinieren (oft müssen Sie z.B. mindestens 3 Spiele kombinieren. Damit minimiert der Buchmacher sein Risiko, wenn z.B. in Süditalien, Gruppe B gespielt wird oder eine "abgesprochene Partie" vermutet wird.)

Sollten Sie jedoch auf ein Wettbüro treffen, wo jedes Spiel kombinationspflichtig ist, dann sehen Sie sich auch noch nach anderen Anbietern um! Kombinationswetten sind nur bei Favoriten (niedrige Quoten) einigermaßen aussichtsreich!

Die Gesamtquote erhalten Sie, indem Sie alle Quoten miteinander multiplizieren.
Diese kann also sehr hoch werden.
Jedoch:
Es müssen ALLE Spiele genauso ausgehen, wie Sie es voraussagen.
Ist auch nur ein Tip falsch, ist Ihre Wette "umgefallen" und Sie verlieren den Einsatz.


Es gibt neben den Wetten auf Tip 1, X, 2 auch speziellere Wetten, z.B.:
Halbzeit/Endstand: TIP X/1 heisst:
   Das Ergebnis der 1.Halbzeit = "TIP X" UND Endstand des Spieles = "TIP 1"
Resultatwette: TIP 4:0 heisst:
   Das Ergebnis lautet exakt auf 4:0
Over/Under: "TIP over" heisst:
   Im Spiel fallen mehr als 2.5 Tore (Tore beider Mannschaften zusammengezählt)
Handicapwette: "TIP 1" , wie bei normaler Ergebniswette, jedoch:
   Zum realen Ergebnis wird das "Handicap" der angegebenen Mannschaft
   hinzugezählt. z.B. "GAK - Sturm, HC 0-1"
   (aus Ergebnis: 1:0 wird 1:1) Daraus ergibt sich dann Tip X

-> Dies ist die "kontinental-europäische" Schreibweise der Quoten.
Es gibt andere Darstellungsweisen insbesondere in England und bei US Spielen.
Lesen Sie dazu jeweils die Regeln der (Online-) Wettbüros!

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Wie kann man sonst noch spielen?
Wenn Sie mehrere Fälle abdecken möchten, gibt es folgende Möglichkeiten:

  - Systemwetten (Mehrweg-wetten):
Dies entspricht mehreren Kombinationswetten, zusammengefasst in einem Wettschein. Das kann dann so aussehen:
- Borussia TIP 1X
- Arsenal  TIP 1

Das ist eine Wette mit "2 Reihen", d.h. es sind 2 Kombinationswetten in einem Wettschein zusammengefasst:
- Borussia Tip 1 mit Arsenal Tip 1    sowie:
- Borussia Tip X mit Arsenal Tip 1

Ihr Gesamt-Einsatz ist z.B. 10 EUR. Damit haben Sie pro Reihe 5 EUR gesetzt. Da Borussia aber nur entweder "Tip 1" oder "Tip X" spielen kann, können Sie auch maximal eine der gewetteten Reihen gewinnen!

  - Vollsystemwetten:
Sie geben z.B. 5 Spiele an, aus denen 3 richtig sein müssen. Das ist eine "3 aus 5" Wette. Ab 3 Richtigen gewinnen Sie also. "3 aus 5" bedeutet, es sind 10 Kombinationswetten (mathematisch: "5 über 3 = 10"). Sie bezahlen als Einsatz 10 "Reihen" = 10 Kombinationswetten. Bei der Auswertung gehen Sie nun alle diese 10 Kombinationsmöglichkeiten durch.
Bei jeder einzelnen checken Sie, ob sie gewonnen ist. Wenn ja, erhalten Sie den Einsatz einer Reihe multipliziert mit allen Quoten dieser Kombination. (Hier können Sie sehr wohl alle Reihen gewinnen, nämlich dann, wenn Sie alle 5 richtig getippt haben!)
Dazu können Sie auch ein "Bankspiel" angeben, meistens ein Top-Favorit. Dieses zusätzliche Spiel muß in jedem Fall richtig getippt werden, ansonsten ist die gesamte Vollsystemwette verloren!
-> Warum eine Bank?
Wenn z.B. oben ein sechstes Spiel hinzugefügt würde, ergäbe das einen Wettschein mit 20(!) Reihen und entsprechend hohem Einsatz! Wenn Sie das 6. Spiel aber als "Bank" spielen, dann bleibt es bei den 10 Reihen der "3 aus 5" Wette.
Verwenden Sie also Ihren 6.Sinn, um ein richtiges Spiel als Bank auszuwählen! Daher kommt wohl auch das Sprichwort "eine sichere Bank" ...
-> Manuell kann diese Rechnung sehr mühsam sein. Das Wettbüro macht diese natürlich nicht manuell, sondern mit einer geeigneten Wett-software, welche diese und andere Routine-Auswertungen auf Knopfdruck erledigt!
-> Eine Eigenheit sollte Sie bei System- und Vollsystemwetten nicht überraschen: Sie können auch weniger gewinnen , als Sie eingesetzt haben! Dies wird dann der Fall sein, wenn z.B. nur 3 von 6 richtig sind und deren Quoten niedrig sind. Je mehr Richtige Sie getippt haben, desto höher wird Ihr Gewinn.
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Wie kommt so eine Quote zustande?
Die Quote spiegelt die Einschätzung des Buchmachers betreffend des Eintretens eines Ereignisses. Je unwahrscheinlicher, desto höher ist die Quote.
Je wahrscheinlicher, desto näher geht die Quote gegen 1

Wer verdient Geld mit Sportwetten?
Zum einen die Sportprofis, also auch Sie ... Zum anderen der Buchmacher, denn wovon sonst würde er leben?

Wann ist eine Quote "gut" ?
Natürlich dann, wenn Sie sie (vorher) richtig getippt haben ... Ja, aber gibt es ein Qualitätskriterium, anhand derer ich eine Einstufung vornehmen kann? Natürlich: diese Kennziffer ist der Ausspielungs-Faktor ("Return"). Mathematisch gesehen ist es der "Erwartungswert" des Ereignisses. Dieser sagt aus, wieviel Prozent vom Einsatz wieder an die Kunden zurückbezahlt wird, wobei eine gleichmäßige Verteilung der Einsätze auf TIP 1, X und 2 angenommen wird:

Bilden Sie die Summe der Kehrwerte der 3 Quoten:
(1/1.5) + (1/3.5) + (1/4.8) = 1.16
Davon wiederum den Kehrwert: = 0.86
In diesem Fall würden also 86% der Einsätze wieder ausgespielt werden. Vorausgesetzt natürlich, die Einsätze waren tatsächlich gleich verteilt.
-> Ein Wert rund um 90% ist als gut anzusehen.
-> Bei 95% ist entweder eine aggressive Werbung im Laufen, oder
  Sie sollten Informationen über die Bonität des Buchmachers einholen!
-> Wenn der Faktor unter 80% zu liegen kommt, sollten Sie Quoten von anderen Buchmacher zum Vergleich einholen!

Vorsicht: diese Rechnung gilt nur bei Einzelwetten!
Bei einer Kombination verringert sich der Erwartungswert des Auszahlungsfaktors!
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Bekomme ich mein Geld auch ausbezahlt?

Der Inhaber dieser Site übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben auf dieser Site! Sie werden nur als Anregung bereitgestellt. Für Rechtsauskünfte konsultieren Sie einen Anwalt!

Nach österreichischem Recht (und auch in anderen Ländern) sind Spiel- und Wettschulden "zahlbar, aber nicht klagbar". Das heisst, wenn man eine (private) Wette gewinnt, kann man den Gewinn nicht einklagen. Damit verhindern die Gerichte, mit zahlreichen unbeweisbaren Fällen geringer Bedeutung "zugedeckt" zu werden. Eine Ausnahme davon sind Wetten beim lizenzierten Buchmacher:
Natürlich ist Ihre Wette ein gültiger Vertrag, der den Buchmacher bei Eintreten des Ereignisses verpflichtet, den Gewinn auszuzahlen!
Das Vorhandensein einer Lizenz begründet eine Bonitäts-vermutung, da nur mit Bankgarantie eine Lizenz erteilt wird. Wer beim "ambulanten Sportprofi" am Bahnhof wettet, ist natürlich auf sich und sein Glück allein angewiesen!

Es gibt einige Indizien, bei denen Sie hellhörig werden sollten:
- Firmensitz aus Impressum nicht ersichtlich.
- Gerichtsstand abweichend an einem anderen Ort.
- Firmensitz, Telefonnummern, etc. weit voneinander entfernt.

Die Kombination von konkurrenzlos hohen Quoten und unklarer Firmenstruktur sollte Sie sehr skeptisch machen!

Thomas Reiterer, Elisabethinergasse 22, 8020 Graz

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